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Albert Vossen (22.05.1910 – 10.08.1971) war Akkordeon-Virtuose, Komponist und Leiter eigener Solisten-Ensembles im Genre der seinerzeit populären Tanzmusik. In der Glanzzeit der Harmonika, etwa von 1935 bis 1955, gehörte er neben Will Glahé und Heinz Munsonius zum „Dreigestirn der großen Akkordeonisten Deutschlands“.

Biografie 

Albert Vossen studierte von 1925 bis 1930 an der Staatlichen Hochschule für Musik in Köln Klavier. 1930 setzte er seine Studien in Berlin fort, wechselte dort aber zum damals aufkommenden Piano-Akkordeon. Bereits 1932 stellte er sein erstes, eigenes Ensemble „Albert Vossen mit seinen Solisten“ zusammen, mit dem er regelmäßig in der damals berühmten Berliner Ciro-Bar auftrat. 1936 spielte er mit diesem Ensemble in wechselnder Besetzung für Telefunken und Kristall/Elektrola auch seine ersten Schallplatten mit eigenen Kompositionen ein (Belegfoto). Geschickt nutzte er einen in der Unterhaltungsmusik aufkommenden Trend und bezeichnete seine Spielweise als „Jazz-Harmonika“. In den folgenden Jahren entstanden die bei Akkordeonisten und deren Publikum beliebtesten Tanzstücke, unter anderem seine Akkordeon-Soli „Fliegende Blätter“ und „Flick-Flack“.

1942 wurde Vossen Mitglied im „Deutschen Tanz- und Unterhaltungsorchester“, einem staatlich privilegierten Ensemble ausgewählter Musiker. Nach dem Zweiten Weltkrieg ließ sich Vossen in Köln nieder und setzte seine Musikerkarriere fort. 1948 spielte er im Unterhaltungsorchester des Westdeutschen Rundfunks und trat außerdem mit einer eigenen Jazz-Combo auf. Weiterhin spielte er Schallplatten für DECCA und POLYDOR mit eigenen Kompositionen ein. Vossen wurde zwar als Akkordeonist berühmt, aber zusammen mit verschiedenen Textern komponierte er während seiner Musikerlaufbahn auch etliche Schlagerlieder.

Ein Verleger charakterisierte Albert Vossen so: 

Eigentlich sieht er aus wie Herr Müller oder Onkel Otto. Aber in seinen Augen sitzt der Schalk und in seinen Fingern der Teufel. Ein Musikant, wie er im Buch steht. Sein Klavier kann er auf Händen tragen, und was er ihm an Tönen entlockt, gehört zum Standardrepertoire bundesdeutscher Sender und Schallplattenfirmen. „Brüsseler Spitzen“, „Lange Leitung“, „Sommersprossen“ – wer kennt sie nicht, diese liebenswert klingenden Kleinigkeiten, die die gute Laune selbst sind. Außer seinem Akkordeon liebt Albert Vossen dreierlei: ein gutes Zigärrchen, das Tennisspiel und nicht zuletzt seine eheliche Gemahlin. Ruth Vossen ist Chefin der Gaststätte „Örgelchen“, so genannt nach der allda postierten Tuttivox-Orgel, die der Meister zum Dessert zu traktieren pflegt. Dann wird’s im Örgelchen so still, dass man ein Bierglas fallen hört . . .

Die seinerzeit in Künstlerkreisen beliebte Gaststätte „Örgelchen“ in der Kölner Innenstadt, Drususgasse 7 wurde auch nach Vossens Tod noch bis Juni 2015 in ihrer traditionellen Ausstattung weiter betrieben.

Werke

15 interpretierte Tanzstücke für Solo-Akkordeon:

  • Fliegende Blätter – Novelty (1938) 
  • Brüsseler Spitzen – Valse musette (1951)
  • Glückliche Stunden – Foxtrot (1953)
  • Lange Leitung – Fox-Intermezzo (1954)
  • Sonnenstich – Polka (1951)
  • Sommersprossen – Foxtrot (1953)
  • Graciella – Valse musette (1957)
  • Kinkerlitzchen – Foxtrot (1956)
  • Flick-Flack – Novelty (1940)
  • Sausebraus – Foxtrot (1956)
  • Am Montparnasse – Valse musette (1952)
  • Spritzig und süß – Fox-Intermezzo (1956)
  • So ist’s richtig! – Foxtrot (1956)
  • Valse musette (1950)
  • So sind wir – Marsch-Fox (<1950)

Mit Rücksicht auf Urheberrechte veröffentliche ich meine Interpretationen noch nicht im Internet. Interessenten dürfen mich gerne kontaktieren und um gratis MP3-Kopien zur privaten Verwendung bitten oder um Zugang zur privaten Akkordeon-Lounge.

Die Noten zu diesen Stücken erschienen ursprünglich überwiegend im Verlag Friedrich Wilhelm Fröhlich. Sie sind zwar oftmals im Handel vergriffen, aber meistens noch antiquarisch zu beschaffen.

Quellennachweis:

  • Kurzbiografie bei Grammophon-Platten.
  • Albert Vossen, Kurzbiografie in Wikipedia.
  • Nachwort zu Internationale Solistenmappe, Band 6; erschienen bei Musikverlag Hans Gerig, Köln.
  • Hofmeisters musikalisch-literarische Monatsberichte der Jahrgänge 1936 bis 1947.
  • Deutsche Nationalbibliothek, Musikarchiv.