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Curt Mahr (23.09.1907 – 30.07.1978) war Akkordeon-Virtuose, Komponist, Arrangeur und Akkordeon-Pädagoge in Berlin und Wiesbaden.

Biografie

Kurt (Curt) Mahr stammte aus Schwarza an der Saale (Thüringen). Er studierte an der Musikhochschule in Leipzig die Instrumente Klavier und Horn. Seit 1935 trat er als Akkordeon-Virtuose auf und war langjähriger Mitarbeiter beim Rundfunk in Hamburg, später in Leipzig. Mahr lebte in Berlin, ab 1950 als freier Komponist, Arrangeur und Musikpädagoge in Wiesbaden/Niedernhausen. 1959 erhielt er die Ehrennadel in Gold des Deutschen Harmonikaverbands.

Curt Mahr schuf zahlreiche Werke unterschiedlicher Gattungen und Genres.

  • Kompositionen und Bearbeitungen für Orchester,
  • Chorwerke,
  • etwa 350 Kompositionen für Akkordeon und Akkordeon-Ensembles,
  • mehr als 1000 Bearbeitungen für Akkordeon und Akkordeon-Ensembles,
  • mehrere Schulwerke für Piano-Akkordeon.

Schon früh zeigte sich das breite Portfolio, mit dem Mahr jedem Bedarf der zahlreichen Harmonikaspieler hinsichtlich Repertoire und Anspruchsniveau gerecht werden wollte.

  • 1933 entstand in Zusammenarbeit mit dem Bandoneon-Virtuosen Walter Pörschmann das Tanz-Intermezzo „Koketterie“, bearbeitet von Mahr für Harmonika und Salonorchester sowie von Pörschmann für Bandoneon und Salonorchester. 1934 komponierte er zusammen mit Guillaume Baltimoro das Akkordeon-Solo „Harmonika-Tricks. 1935 erschien sein Fox-Intermezzo „Max und Moritz“. In den folgenden Jahren entstanden weitere solche Tanzstücke für den fortgeschrittenen Solo-Akkordeonisten.
  • 1934 komponierte Mahr eine „Paraphrase über Brahms Wiegenlied“, der später noch weitere Paraphrasen, Fantasien oder Variationen über Themen aus dem deutschen Liedgut folgten, unter anderem 1936 die kleine Musik über „Jetzt gang i an’s Brünnele“ in der Sammlung „Für frohe Stunden“.
  • 1935 erschienen die ersten Alben mit Originalkompositionen für Akkordeon „Wünsch dir was!“ für Anfänger und „Der Akkordeon-Solist“ für fortgeschrittene Spieler, denen noch weitere Bände folgten.
  • 1936 erschienen Bearbeitungen in Form von Potpourries wie „Alle meine Walzer“ oder „Wiener G’müt“ (Wiener Lieder) sowie Sammelbände mit Bearbeitungen bekannter Lieder „S‘ tönende Brettl“ (Ski- und Berglieder) und „Schlager der Welt“. Auch diesen Alben folgten noch viel weitere zu Themenkreisen wie Tangos der Welt, Operettensterne, Strauß-Walzer, Weihnachtslieder, Seemannslieder, Rhein-Wein-Lieder, Schunkellieder. Es gibt kaum ein Feld der Populärmusik, das Mahr nicht irgendwann auf diese Weise beackerte.
  • 1935 verfasste Mahr sein erstes Schulwerk, das „Akkordeon ABC“; 1936 erschienen 2 Bände mit je 10 melodischen Akkordeon-Übungen; 1937 erschien 2 Bände „Moderne Akkordeon-Technik“.
  • Passend zur Zeitgeschichte erstellte Mahr 1939 das Album „Lustiger Soldatensang“ und 1940 die Sammlung „Kamerad sing mit!“, nachdem er bereits 1936 den „Badenweiler Marsch“ sowie das Marschlied Heil Hitler Dir (GEMA-Werk-Nr.: 1747350-002) bearbeitet hatte. In den folgenden Kriegsjahren versiegte Mahrs kompositorisches Schaffen jedoch nahezu völlig. 1941 erschien nur noch eine Paraphrase über Heinrich Werners Melodie zu „Heideröslein (Sah ein Knab ein Röslein stehn)“ in Fassungen für Akkordeon Solo, Duett, Trio und Quartett. 1942 erschien gar nichts Neues; 1943 bearbeitete Mahr die bekannte „Rosamunde-Polka“ oder „Beer Barrel Polka“, mit der seinerzeit Will Glahé im „Feindesland“ USA großen Erfolg hatte. 1944 erschien die Polka „Kreuzjunge“, für Tanzorchester bearbeitet vom Akkordeon-Virtuosen Joe Alex. Erst nach dem Krieg erschienen wieder – vielleicht schon früher komponierte – Tanzstücke für Akkordeon von Curt Mahr, zunächst 1947 das Foxtrot-Intermezzo „Harmonika-Bummel“ und „Valse espagnole“.

In diesem Kurzportrait werden nur die Anfänge und die daraus zu erschließenden Wurzeln und Tendenzen des sehr umfangreichen musikalischen Lebenswerks beschrieben. Einige herausragende Kompositionen seien jedoch benannt. Besonders beliebt unter Curt Mahrs Werken für verschiedene Besetzungen sind sein „Concertino in G-Dur“ (Youtube) und seine Suite „Harmonika auf Wanderschaft“, sein „Konzert für zwei Akkordeons“ (Youtube) und seine „Harmonika-Festouvertüre“ (1936).

Werke

3 interpretierte Werke:

  • Kleinigkeiten – Foxtrot (1940) aus dem Album „Solistenklänge“, Band 2)
  • Dandy – Swing-Foxtrot (1940?) aus dem Album „Solistenklänge“, Band 2)
  • Zu guter Letzt – Polka (1940?) aus dem Album „Solistenklänge“, Band 2)

Sonstige mir bekannte Werke:

  • Kleine Musik über „Jetzt gang I ans Brünnele“ – Variationen aus dem Album „Für frohe Stunden (1936)“
  • Amorettenspiele – Intermezzo (1937) aus dem Album „Solistenklänge“, Band 1)
  • Italienische Tango-Serenade (1938, gemeinsam mit Gustav Kanter)

Mit Rücksicht auf Urheberrechte veröffentliche ich meine Interpretationen noch nicht im Internet. Interessenten dürfen mich gerne kontaktieren und um gratis MP3-Kopien zur privaten Verwendung bitten oder um Zugang zur privaten Akkordeon-Lounge.

Quellennachweis:

  • Curt Mahr, Kurzbiografie in Wikipedia.
  • Hofmeisters musikalisch-literarische Monatsberichte der Jahrgänge 1936 bis 1947.
  • Deutsche Nationalbibliothek, Musikarchiv.