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Pietro Frosini (09.08.1885 – 02.09.1951), ein Italo-Amerikaner, gilt neben den Brüdern Guido Deiro (1886 – 1950) und Pietro Deiro (1888 – 1950) als einer der frühen Stars auf dem Akkordeon. Der „Hexer“ auf dem chromatischen Knopfgriff-Akkordeon wurde berühmt durch seine Arrangements beliebter Bravourstücke und Ouvertüren, mit denen er auf amerikanischen Varietébühnen glänzte. Frosini komponierte auch viele Tanz- und Charakterstücke, darunter Meisterwerke wie den Konzertwalzer „Olive Blossoms (=Olivenblüten)“.

Biografie

Pietro L. Giuffrida entstammte einer Bauernfamilie aus der Gegend von Catania/Sizilien. Er war von kleinem Wuchs und zeitlebens kränklich. Schon im Kindesalter schädigte eine Masernerkrankung seine Sehkraft. Dennoch entwickelte er auf dem Akkordeon seines Vaters solches Talent, dass er zehnjährig die Musikschule in Catania besuchen durfte. Neben klassischer Musiktheorie studierte er allerdings dort das Kornett (Horninstrument), weil das Akkordeon seinerzeit noch nicht als Musikinstrument anerkannt war. 1902 wechselte er auf das Konservatorium nach Mailand, aber bald darauf heuerte er als Kornettist bei einer britischen Militärkapelle in Malta an. Eine Malaria schädigte seine Lippen, und weil er infolge dessen das Kornett nicht mehr blasen konnte, griff er wieder zum Akkordeon und verdiente seinen Lebensunterhalt mit Auftritten in Varietés. Als er ein eigenes Arrangement der Ouvertüre zur Operette „Dichter und Bauer“ zum Besten gab, entdeckte ihn 1905 ein amerikanischer Talentjäger und brachte ihn unter dem Künstlernamen Pietro Frosini auf die Varietébühnen in New York, San Francisco und anderswo in den USA. Frosini trat in den folgenden Jahren regelmäßig als „Wizard of the Accordion“ in Varietés auf, bis er 1932 ein festes Engagement beim Rundfunk in New York erhielt. Danach blieb er für den Rest des Lebens dem Radio treu.

Als Frosini in Varietékreisen dem berühmten Virtuosen Guido Deiro begegnete, der große Erfolge auf dem damals neuartigen Piano-Akkordeon hatte, versuchte er dessen Erfolgsrezept nachzuahmen. Zum einen mischte er ein ähnliches Repertoire zusammen aus klassischer Musik, modischer Tanz- und Unterhaltungsmusik sowie populären Schlagern; zum anderen baute er eine Piano-Attrappe über sein mit Knöpfen bestücktes, eigentliches Griffbrett. Mehr als nur bloßer Show-Effekt ist seine eigentümliche, vielleicht von Violinisten abgeschaute, Spieltechnik „Frosini’s System of Bellows Shake“, bei dem ein Klang durch Rütteln des Balgs in eine schnelle Folge von sehr kurzen Klängen zerlegt wird.

Schon 1907 machte Frosini erste Tonaufzeichnungen auf mit Wachs beschichteten, zylindrischen Edison-Walzen und 1908 erste Aufnahmen für Schellackplatten.

Frosini heiratete 1920 eine Varietékünstlerin dänischer Abstammung und ließ sich 1924 in New York nieder; die Ehe blieb kinderlos. Von 1925 an zwang ihn seine angeschlagene Gesundheit, sich mehr und mehr vom Varieté zurückzuziehen. Er betätigte sich nun stärker als Komponist und schuf vor allem zahlreiche, bezaubernde Tanzstücke für das Akkordeon, deren Noten auch heute noch erhältlich sind.

Werke

10 interpretierte Stücke für Solo-Akkordeon:

Sonstige mir bekannte Kompositionen für Solo-Akkordeon:

Quellennachweis: